Wie fasst man vier Jahre voller Leidenschaft, Rückschläge, Triumphe und Gänsehautmomente in Worte?
Damen-Coach Philipp Koessling würde sagen: „60 Sekunden“.
60 Sekunden, die alles verändern konnten. Die eine ganze Saison – vielleicht sogar eine Ära – in einem einzigen Augenblick verdichteten. Wie aus einem Film. Nur dass es hier nicht um Hollywood ging, sondern um etwas viel Größeres: echte Emotionen.
Denn der Weg zu diesem Finale war alles andere als glamourös. Er war gepflastert mit Schweiß, Zweifeln, Verletzungen – aber auch mit Mut, Herzblut und einem unerschütterlichen Teamgeist.
Dreimal aufgestiegen in nur vier Jahren.
Eine junge Mannschaft, die sich ihren Platz nicht erkauft, sondern verdient hat. Mit Kampfgeist, Zusammenhalt – und der Bereitschaft, über sich hinauszuwachsen. Aus Spielerinnen wurden Freundinnen. Aus Freundinnen ein echtes Team.
Und dann noch diese tolle Wertschätzung:
Die Nominierung zur Sportgala des Berliner Amateur-Sportpreises durch den Berliner Hockey Verband.
Eine riesige Ehre für ein Team, das vor nur vier Jahren sein erstes Spiel absolvierte.
Und für einen Verein, der vor sechs Jahren gegründet wurde, mit der einfachen, aber kraftvollen Idee:
„Kinder runter von der Couch, rauf auf den Hockeyplatz.“
Die Hallensaison 2024/25 war die wohl intensivste ihrer Geschichte: Nur knapp, Punktgleich an der Berliner Meisterschaft vorbei, mit nur wenigen Toren Unterschied wurden die HCBB Damen Berliner Vize-Meister. Und doch: Dieses Team hatte mehr gewonnen als einen Vize Meister Titel. Es hatte sich bewiesen. Und den Traum behalten:
Regionalliga Ost – wir wollen es schaffen!
Drei Trainingseinheiten pro Woche. Trotz Krankheit. Trotz Studium, Schule, Job. Ohne Ausreden. Ohne Ego. Stattdessen: Hingabe. Wille. Zusammenhalt.
„Wir holen das Beste aus uns heraus – für jede Einzelne und für das große Ganze.“
Das war das Ziel – und das wurde erreicht.
Zum ersten Mal in der Clubgeschichte stellte der HCBB auch eine 2. Damen-Hallenmannschaft. Ein mutiger Schritt, der nicht nur neue Perspektiven schuf, sondern ein Fundament legte – für langfristiges Wachstum, für Tiefe, für Zukunft.
Und am Ende auch ihren Teil zum Aufstieg beigetragen haben, auf dem Spielfeld oder als Fans in Leuna.
Dann kam Leuna.
Ein Wochenende, das in Erinnerung bleiben wird.
Nicht optimal vorbereitet – und dann vor Ort vom Virus erwischt: Zwei Spielerinnen mussten kurzfristig passen. Die Stimmung? Trotz allem: fokussiert, kämpferisch, mutig.
Spiel 1 (HCBB vs Güstrow):
Mental stark. Taktisch diszipliniert war unser HCBB Damenteam. Ein Spiel, das die Mädels 8:0 gewann, Leuna schaffte „nur“ ein 8:1 gegen Güstrow. Der Druck lag jetzt beim Gastgeber Leuna.
Spiel 2 (HCBB vs Leuna):
Kurze Pause, schwere Beine, Leuna auf dem Höhepunkt.
Der Rückstand im vierten Viertel: 0:2. Die Uhr lief erbarmungslos.
Und dann – kamen unsere 60 Sekunden.
Ein Moment, in dem alles zusammenkam: Wille, Leidenschaft, Herz.
Zwei Tore in 60 Sekunden: 2:2.
Dann der Schlusspfiff.
Jubel. Tränen. Umarmungen. Gänsehaut.
Ein Moment, der mehr wert war als jede Medaille.
Ein Moment, der zeigte: Hier wächst etwas ganz Besonderes.
Und unser Coach Philipp?
Er steht am Rand, zieht seine alte „Knicks“-Cap tief ins Gesicht.
Nicht aus Müdigkeit – sondern aus echter Dankbarkeit. Aus Stolz.
„Jeder tolle Erfolg hat immer ein gutes Umfeld zur Basis.“ – Philipp Koessling
Und genau dieses Umfeld lebt beim HCBB – jeden Tag.
Im Training. Auf der Bank. In jeder noch so kleinen Geste.
Es ist mehr als ein Club. Es ist Familie. Es ist Feuer. Es ist Hockey.
Die Regionalliga ruft.
Und wir antworten – mit breiter Brust, vollem Herzen und einer klaren Botschaft:
Das hier ist erst der Anfang.
Danke, Coach. Danke, Team. Danke, HCBB.